Warum wir manchmal festhalten

Klopfakupressur ist eine Methode mit der wir vergangene belastende Ereignisse verdauen und aus dem Erlebten oft sogar etwas Positives ziehen können, statt dass es an uns nagt und runterzieht. Manchmal halten wir trotzdem fest. Warum?

Wenn wir in unserem Leben zurückgehen gibt es tolle Ereignisse, mittelprächtige und solche, die wir uns nicht freiwillig ausgesucht hätten, wäre uns eine Wahl gegeben worden. Und abgesehen davon, dass in jeder Sch.... Gold steckt, gibt es Ereignisse, die uns, obwohl sie vielleicht Jahrzehnte zurückliegen, belasten ohne dass sich nur ein Fünkchen Gold dabei blicken lässt . Wir versuchen möglichst wenig daran zu denken aber manchmal werden wir blöderweisen durch Situationen im Hier und Jetzt an das Damals erinnert. Dann holt die Gegenwart die Vergangenheit aus dem Sack und wir haben Mühe uns zusammenzuhalten und nicht "wunderlich" zu reagieren oder zu agieren. Das Untenhalten und Zusammenreißen kostet Kraft und wir merken: da hab ich was nicht verdaut. Das damals war zu doll. Das hat mein Inneres verletzt, schockiert, mich geprägt, sodass ich nicht wirklich frei bin.

Mit Hilfe der Klopfakupressur nehmen wir nach und nach die Feldsteine aus unserem Rucksack und bekommen dadurch mehr Kraft für das Hier und Jetzt. Die Ereignisse verschwinden nicht. Wir erleiden keinen Gedächtnisverlust. Wir gleichen durch das Klopfen auf den Meridianpunkten das Energiesystem aus. Das Ereignis verliert dadurch nach und nach die emotionale Ladung und damit die Macht über uns.

 

Veränderung kann was Tolles sein - besonders wenn wir sie selber steuern. Aber Veränderung kann auch Angst machen. Wir halten ganz gerne an Gewohntem fest, denn auch wenn das Gewohnte vielleicht nicht das Gelbe vom Ei ist - wir kennen uns zumindest aus. Und diese Sicherheit möchten wir nicht gerne eintauschen gegen das ungewisse "Was-kommt-dann".

"Wer bin ich, wenn ich diesen Schmerz, diese Wut, diese Erniedrigung, diesen Schock.....nicht mehr in mir trage?" Diese Frage höre ich oft und meine Antwort: "Dann bist du mehr Freude, mehr Leichtigkeit, mehr Ehrlichkeit, mehr Liebe..... dann bist du alles - nur das nicht mehr. Dann bist du mehr du selber."

Ein weiterer Grund, warum wir an vergangenen Ereignissen festhalten, trifft besonders auf die Ereignisse zu, in denen wir Machtlosigkeit gefühlt haben, Situationen in denen wir jemandem ausgeliefert waren. Das können Lehrer, Eltern, andere Kinder, Geschwister gewesen sein. Es ist dann, als ob wir innerlich eine Rechnung mit den betreffenden Menschen offen hätten, denn wenn wir damals die Macht gehabt hätten, hätten wir mit Sicherheit anderes reagiert.Wenn wir jetzt an das Ereignis (oder die sich in verschiedener Form wiederholenden Ereignisse) zurückdenken, sagt ein Teil in uns: "Das möchte ich gehen lassen, das dient mir nicht mehr" und der andere Teil in uns blockiert, stellt sich auf die Hinterfüße und sagt:"NÖ! Ohne mich! Hier kannst du klopfen bis du schwarz wirst. Das lasse ich nicht gehen!" Diese Stimme ist uns oft nicht bewusst. Aber wir merken beim Klopfen, dass die Intensität nicht nachlässt. Wir klopfen und klopfen und trotzdem bleibt das Empfinden auf der Skala von 0-10 sehr weit oben und rührt sich nicht.

Warum, wozu ist das denn???

Vorweg - wir können immer davon ausgehen (nochmal: IMMER!), dass auch dieses Phänomen einen guten Grund hat. Das Gesamtsystem (also wir als Mensch im Ganzen) sucht sich immer die beste Lösung, UM etwas zu erreichen und sicherzustellen. Wenn man in der Vergangenheit Machtlosigkeit im Zusammenhang mit einem anderen Menschen erlebt hat, hat man zumindest JETZT Macht darüber, das Ereignis so lange bei sich zu behalten, wie man will, nach dem Motto: "Ich gönne dir nicht, dass ich nicht mehr wütend auf dich bin! Ich werde bis an mein Lebensende wütend auf dich sein. Das ist meine Rache!"

 

Das sind Gefühle, die zuerst beleuchtet und beklopft werden müssen, bevor sich irgendetwas weiterbewegen kann.

 

 

"Wenn wir sehr lange Zeit wütend auf jemanden sind ist es als ob wir Gift trinken und dabei hoffen, der andere stirbt daran." (Anm.: Spruch ist nicht von mir)

WIR SELBER fühlen die Wut. Die/der andere lebt vielleicht ein schönes Leben und denkt überhaupt nicht mehr an uns.....aber WIR SELBER haben Wut im Bauch. Wut macht eine Wutchemie in unserem Körper - und das verändert uns und nagt....

Also ist die Frage: Sind wir selber es uns wert, FÜR UNS Frieden haben zu wollen (nein, es geht jetzt wirklich nicht um den anderen und auch nicht ums "Verzeihen-Müssen")? Haben WIR es verdient glücklich zu sein? Wenn ein "NNNjaaa" als Antwort auf diese Frage folgt: Wer hat uns was Gegenteiliges eingeredet?.... und schon kommen wir auf das nächste Thema, das wir im Rucksack tragen.

 

Es gibt viele Methoden, Vergangenes loszulassen, um das einzige was wir haben - die GEGENWART - voll zu leben. EFT ist eine davon. Jeder Stein, den wir weniger im Rucksack tragen, verschafft uns mehr Leichtigkeit und

Kraft, Dinge zu tun, die uns Freude machen.

 

Ach, ich könnte noch Romane schreiben.

Aber ich bin auch gespannt, was ihr darüber denkt!

Wenn ihr wollt, teilt mir und den anderen Leserinnen und Lesern unten bei den Kommentaren eure Gedanken oder Fragen mit oder schreibt mir direkt eine Mail.

Herzliche Grüße, Sonja

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