Klopfakupressur (EFT) und Fischernetze

Wie bei einem Fischernetz die Knoten, so sind auch unsere eigenen Themen innerlich miteinander in Verbindung. Das zeigt sich, wenn wir an einem Thema intensiv gearbeitet haben und wir auf wundersame Weise auf ganz anderem Gebiet eine ungeahnte neue Freiheit verspüren.

Das Bild vom Fischernetz eignet sich auch, um zu verstehen, dass wir als Menschen nicht voneinander getrennt sind. Getrennte Körper - ja.....aber doch miteinander verbunden. Wenn eine Person in einer Familie an sich arbeitet, wird sich das auf die gesamte Familie auswirken. Manchmal denken wir: "Ach, wenn sie/er nur anders wäre - wie gute würde es mir dann gehen." Aber mal ehrlich - wer hat es schon geschafft, einen anderen Menschen zu verändern? Und wer jetzt "ich" schreit: wie MÜHSAM war dieses "Projekt"?

Fakt ist, wir haben es wenig bis gar nicht in der Hand, wie andere Menschen sind. Wir haben uns selber in der Hand UND wie wir mit den "Macken" der anderen umgehen. Also - beginnen wir doch lieber bei uns.

Und wenn wir ein Fischernetz an einem Knoten bewegen, wird sich diese Bewegung auf das Ganze auswirken.

Im Folgenden möchte ich Euch eine Mail einer Klientin zeigen, die das sehr gut deutlich macht. Ich schreibe meinen Klientinnen und Klienten 2 Tage nach dem Termin immer eine Mail und frage: "Wie haben Sie unsere Arbeit verdaut? Wo hakt es und wo bewegt sich was? Gedanken? Fragen? Danke für die Rückmeldung"

Antwortmail von Simone D.

Liebe Frau Sannert,

unsere Arbeit habe ich prima verdaut und es sind (noch) keine Fragen aufgetaucht. Und ja: Ich habe schon neu gewonnene Erkenntnisse praktisch umgesetzt, indem ich in für mich schwierigen Situationen nicht nur geatmet, sondern auch geklopft habe (z.B. beim gemeinsamen Lernen für Mias Mathearbeit am Montag) und ziemlich schnell wieder ruhig und handlungsfähig war, statt (im Nachhinein sehend) blöd zu reagieren.

Auch meine Liste für meine Personal Peace Procedure habe ich angefangen. Da kommen Erinnerungen zutage, die ich eigentlich gar nicht haben möchte und bei denen ich mich auch noch nicht getraut habe, sie mir so vorzustellen, dass ich sie beklopfen kann. Nach diesem erfreulichen Wochenende allerdings (s.u.) bin ich voller Tatendrang, auch diese als nächste anzugehen.

Das Erstaunlichste ist meine Grundhaltung, die sich scheinbar geändert hat. Lara (Name geändert) hat dieses Wochenende etliche heftige Wutanfälle gehabt, bei denen sich wie üblich alle Familienmitglieder in Abwehrstellung gebracht haben. Statt sofort darauf einzusteigen und sie sozusagen meine Knöpfe drücken zu lassen, habe ich ohne Anstrengung oder Vorsatz (und auch ohne Klopfen) mitfühlend und liebevoll reagiert und konnte etliche Situationen so ziemlich schnell entschärfen. Bewundernde Blicke und dankende Worte meines Mannes waren neben dem entspannten Zusammensein aller der Lohn :-) Lara habe ich am Freitag gefragt, ob ich in eskalierenden Momenten auch bei ihr klopfen dürfte. Sie bejahte, hat heute allerdings in den richtig heftigen Situationen das Klopfen verweigert, aber immerhin (RIESENFORTSCHRITT) meine Hilfe durch einfaches Auf-den-Schoß-Nehmen, Im-Arm-Halten und Mitgefühl/Verständnis-Äußern ziemlich schnell und dankend angenommen. Das freut mich ganz doll!!!

Was ist denn da von mir genommen worden? Ich kann noch nicht ganz glauben, dass eine einzige Blockade, welche wir am Freitag ein gutes Stück weit zum Schmelzen gebracht haben, verantwortlich für meine veränderte Haltung ist. Aber es motiviert mich auf jeden Fall zum Weitermachen, zum Weiterklopfen und ich freue mich auf weitere Veränderungen.

Ganz herzlichen Dank und viele Grüße

Simone D.

PS: Das Bettchen war heute Morgen nass, Lara und ich haben ruhig und liebevoll geklopft und hoffen beide, dass das Bonbon bald endgültig gelutscht ist ;-)

Meine Anwort an Simone D.

liebe frau d.,

danke für ihre rückmeldung. das hat ja großartig begonnen!

denken sie dran, wenn sich mechanismen wieder einschleichen, bei denen man dachte "ist jetzt erledigt", dass sich die nächste schicht der zwiebel zeigen kann. weiter dran bleiben.

und auch dran denken, dass machmal eine ganz merkwürdige kraft die veränderung boykottiert. wir haben nicht darüber gesprochen: der körper ist an eine bestimmte portion stress gewöhnt. wenn der stress nachlässt, ändert sich die körperchemie. dann meldet die kleine zelle im kleinen zeh ans gehirn: "bitte wieder NORMALzustand herstellen". und das bedeutet dann: mehr stress auf irgendeiner ebene. plötzlich zetteln wir einen streit an und sonstwas verrücktes. alles, um wieder NORMAL zu haben.

das ist ein prozess - ein weg.

wenn sie an ein nadelöhr kommen, melden sie sich, gell?

ach, und hier noch der link zum klopfkongress - viele viele bunte smarties :-)

Klopf-Kongress

herzliche grüße, sonja sannert

 

 

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